Bava Kamma 237

Kapitel 237

א מדאמר בכל מקום ש"מ אסיפא קאי ולקולא ש"מ:
1 Da er nun sagt: überall, so ist hieraus zu entnehmen, daß er sich auf den Schlußsatz beziehe, erleichternd. Schließe hieraus.
ב ולא משומרי פירות כו': רב זבין שבישתא מאריסא א"ל אביי והא תנן ולא משומרי פירות עצים ופירות א"ל ה"מ בשומר דלית ליה בגופא דארעא מידי אבל אריס דאית ליה בגוויה אימא מדנפשיה קא מזבין
2 U<small>ND VON</small> O<small>BSTWÄCHTERN KEIN &amp;C</small>. Einst kaufte Rabh Weinranken von einem Quotenpächter; da sprach Abajje zu ihm: Es wird ja gelehrt: und von Obstwächtern kein Holz und keine Früchte!? Dieser erwiderte: Dies gilt nur von einem Wächter, der an diesen nicht beteiligt ist, bei einem Quotenpächter aber, der an diesen beteiligt ist, ist anzunehmen, daß er von seinem verkauft.
ג ת"ר שומרי פירות לוקחין מהן כשהן יושבין ומוכרין והסלין לפניהם וטורטני לפניהם וכולן שאמרו הטמן אסור לוקחין מהן מפתח הגינה אבל לא מאחורי הגינה
3 Die Rabbanan lehrten: Von Obstwächtern darf man kaufen, wenn sie mit ihren Körben und der Wage vor sich sitzen und verkaufen; wenn sie aber sagen, daß man es geheim halte, so ist es verboten. Man darf von ihnen vor dem Eingange des Gartens kaufen, nicht aber hinter dem Garten.
ד איתמר גזלן מאימת מותר לקנות הימנו רב אמר עד שתהא רוב משלו ושמואל אמר אפילו מיעוט שלו
4 Es wurde gelehrt: Von wann an darf man von einem Räuber etwas annehmen? Rabh sagt, wenn der größere Teil [seines Besitzes] aus eigenem [Vermögen] besteht; Šemuél sagt, selbst wenn der kleinere Teil aus eigenem [Vermögen] besteht.
ה אורי ליה רב יהודה לאדא דיילא כדברי האומר אפילו מיעוט שלו
5 R. Jehuda belehrte Ada den Amtsdiener nach der Ansicht desjenigen, welcher sagt, selbst wenn der kleinere Teil aus eigenem [Vermögen] besteht.
ו ממון מסור רב הונא ורב יהודה חד אמר מותר לאבדו ביד וח"א אסור לאבדו ביד
6 Über das Vermögen eines Angebers streiten R. Hona und R. Jehuda; einer sagt, man dürfe es mit Händen vernichten, und einer sagt, man dürfe es nicht mit Händen vernichten.
ז מ"ד מותר לאבדו ביד לא יהא ממונו חמור מגופו ומ"ד אסור לאבדו דלמא הוה ליה זרעא מעליא וכתיב (איוב כז, יז) יכין רשע וצדיק ילבש:
7 Einer sagt, man dürfe es mit Händen vernichten, denn sein Vermögen darf nicht wertvoller sein als sein Leben; einer sagt, man dürfe es nicht mit Händen vernichten, denn er kann ja geratene Kinder bekommen, und es heißt:<i>der Frevler</i><i>speichert auf, aber der Gerechte kleidet sich</i>.
ח רב חסדא הוה ליה ההוא אריסא דהוה תקיל ויהיב תקיל ושקיל סלקיה קרא אנפשיה (משלי יג, כב) וצפון לצדיק חיל חוטא
8 R. Ḥisda hatte einen Quotenpächter, der nach Gewicht gab und nach Gewicht nahm, und er schaffte ihn ab. Darauf las er über sich:<i>des Sünders Vermögen ist dem Frommen vorbehalten</i>.
ט (איוב כז, ח) כי מה תקות חנף כי יבצע כי ישל אלוה נפשו רב הונא ורב חסדא חד אמר נפשו דנגזל וח"א נפשו של גזלן
9 <i>Welche Hoffnung hat der Ruchlose, was er auch erworben hat, Gott wird seine Seele wegnehmen</i>. Hierüber [streiten] R. Hona und R. Ḥisda; einer erklärt: die Seele des Beraubten, und einer erklärt: die Seele des Räubers.
י מ"ד נפשו של נגזל דכתיב (משלי א, יט) כן ארחות כל בוצע בצע את נפש בעליו יקח מ"ד נפשו של גזלן דכתיב (משלי כב, כב) אל תגזול דל כי דל הוא ואל תדכא עני בשער כי ה' יריב ריבם וקבע את קובעיהם נפש
10 Einer erklärt: die Seele des Beraubten, denn es heißt:<i>das ist die Art des nach Habe Geizenden, er nimmt die Seele seines Herrn</i>. Einer erklärt: die Seele des Räubers, denn es heißt:<i>beraube nicht den Geringen, weil er gering ist, und zermalme nicht den Elenden im Tore, denn der Herr wird ihren Streit führen und wird die, die sie berauben, ihrer Seele berauben</i>. –
יא ואידך נמי הכתיב נפש בעליו יקח מאי בעליו בעליו דהשתא
11 Wie erklärt dieser den Schriftvers: <i>er nimmt die Seele seines Herrn</i>!? – Unter ‘Herrn’ ist der jetzige Herr zu verstehen. –
יב ואידך נמי הכתיב וקבע את קובעיהם נפש מה טעם קאמר מה טעם וקבע את קובעיהם משום דקבעי נפש
12 Und jener, es heißt ja: <i>er wird die, die sie berauben, ihrer Seele berauben</i>!? – Dies ist eine Begründung: er wird die, die sie berauben, deshalb berauben, weil sie die Seele rauben.
יג א"ר יוחנן כל הגוזל את חבירו שוה פרוטה כאילו נוטל נשמתו ממנו שנאמר כן ארחות כל בוצע בצע את נפש בעליו יקח ואומר (ירמיהו ה, יז) ואכל קצירך ולחמך בניך ובנותיך
13 R. Joḥanan sagte: Wenn jemand von seinem Nächsten etwas im Werte einer Peruṭa raubt, so ist es ebenso, als würde er ihm seine Seele nehmen, denn es heißt: <i>das ist die Art des nach Habe Geizenden, er nimmt die Seele seines Herrn</i>. Ferner heißt es:<i>er ißt deine Ernte und dein Brot, und er verzehrt deine Söhne und deine Töchter</i>,
יד ואומר (יואל ד, יט) מחמס בני יהודה אשר שפכו דם נקי בארצם ואומר (שמואל ב כא, א) אל שאול ואל בית הדמים על אשר המית את הגבעונים
14 Ferner heißt es:<i>wegen der Gewalt der Kinder Jehuda, weil sie unschuldiges Blut in ihrem Lande vergossen haben</i>. Ferner heißt es:<i>wegen Šaúls und wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gibeo͑niten getötet hat</i>. –
טו מאי ואומר וכ"ת נפש דידיה אבל נפש בניו ובנותיו לא ת"ש בשר בניו ובנותיו
15 Wozu ist das ‘ferner’ nötig? – Man könnte glauben, nur seine Seele, nicht aber die Seelen seiner Söhne und Töchter, so heißt es auch: <i>das Fleisch</i><i>seiner Söhne und Töchter</i>.
טז וכ"ת הני מילי היכא דלא יהיב דמי אבל היכא דיהיב דמי לא ת"ש מחמס בני יהודה אשר שפכו דם נקי (בארצכם) [בארצם]
16 Ferner könnte man glauben, dies gelte nur von dem Falle, wenn er keinen Ersatz leistet, nicht aber, wenn er Ersatz leistet, so heißt es auch: <i>wegen der Gewalt</i><i>der Kinder Jehuda, weil sie unschuldiges Blut in ihrem Lande vergossen haben</i>.
יז וכ"ת ה"מ היכא דקעביד בידים אבל גרמא לא ת"ש אל שאול ואל בית הדמים [על] אשר המית את הגבעונים וכי היכן מצינו שהרג שאול את הגבעונים אלא מתוך שהרג נוב עיר הכהנים שהיו מספיקין להן מים ומזון מעלה עליו הכתוב כאילו הרגן:
17 Ferner könnte man glauben, nur wenn man es mit Händen tut, nicht aber wenn man es nur verursacht, so heißt es auch: <i>wegen Šaúls und wegen des Hauses der Blutschuld, weil er die Gibeo͑niten getötet hat</i>. Wo finden wir denn, daß Šaúl die Gibeo͑niten getötet hat? Allein, er mordete die Priesterstadt Nob, die sie mit Wasser und Speise versorgte, und dies rechnet ihm die Schrift an, als hätte er sie getötet.
יח אבל לוקחין מן הנשים: ת"ר לוקחין מן הנשים כלי צמר ביהודה וכלי פשתן בגליל אבל לא יינות ושמנים וסלתות ולא מן העבדים ולא מן התינוקות אבא שאול אומר מוכרת אשה בארבעה וחמשה דינר כדי לעשות כפה לראשה וכולן שאמרו להטמין אסור
18 D<small>ARF MAN VON</small> F<small>RAUEN &amp;C. KAUFEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Man darf von Frauen wollene Gewänder in Judäa und linnene Gewänder in Galiläa kaufen, nicht aber Wein, Öl und Mehl; auch nicht von Sklaven und Kindern. Abba Šaúl sagt, eine Frau dürfe für vier oder fünf Denar verkaufen, um sich ein Kopftuch anzufertigen. Sagen sie aber, daß man es geheim halte, so ist es verboten.
יט גבאי צדקה לוקחין מהן דבר מועט אבל לא דבר מרובה
19 Almoseneinnehmer dürfen von ihnen eine Kleinigkeit annehmen, nicht aber eine bedeutende Gabe.
כ והבדדין לוקחין מהן זיתים במידה ושמן במידה אבל לא זיתים במועט ושמן במועט רשב"ג אומר לוקחין מנשים זיתים במועד בגליל העליון שפעמים אדם בוש למכור על פתח ביתו ונותן לאשתו ומוכרת
20 Von den Ölpressern darf man Oliven und Öl nach Maß kaufen, nicht aber wenige Oliven und etwas Öl. R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, man dürfe in Obergaliläa auch wenige Oliven von Frauen kaufen, weil zuweilen sich jemand schämt, es an der Tür seines Hauses zu verkaufen, und gibt es seiner Frau, daß sie es verkaufe.
כא רבינא איקלע לבי מחוזא אתו נשי דבי מחוזא רמו קמיה כבלי ושירי קביל מינייהו א"ל רבה תוספאה לרבינא והתניא גבאי צדקה מקבלין מהן דבר מועט אבל לא דבר מרובה א"ל הני לבני מחוזא דבר מועט נינהו:
21 Einst traf Rabina in Maḥoza ein; da kamen die Frauen von Maḥoza und brachten ihm Halsketten und Armbänder, und er nahm sie an. Da sprach Rabba Tospaáh zu Rabina: Es wird ja gelehrt, Almoseneinnehmer dürfen von ihnen eine Kleinigkeit annehmen, nicht aber eine große Gabe!? Dieser erwiderte: Für die Einwohner von Maḥoza sind diese Kleinigkeiten.
כב <big><strong>מתני׳</strong></big> מוכין שהכובס מוציא הרי אלו שלו והסורק מוציא הרי אלו של בעה"ב כובס נוטל ג' חוטין והן שלו יתר מכן הרי אלו של בעה"ב אם היה שחור ע"ג הלבן נוטל את הכל והן שלו
22 <b>D</b><small>IE</small> W<small>OLLFASERN, DIE DER</small> W<small>ÄSCHER</small><small>HERAUSZIEHT, GEHÖREN IHM, DIE ABER DER</small> H<small>ECHLER</small><small>HERAUSZIEHT, GEHÖREN DEM</small> H<small>AUSHERRN</small>. D<small>ER</small> W<small>ÄSCHER DARF DREI</small> F<small>ÄDEN</small><small>ABNEHMEN UND SIE GEHÖREN IHM, WENN ES MEHR SIND, SO GEHÖREN SIE DEM</small> H<small>AUSHERRN; SIND ES SCHWARZE AUF WEISSEM</small> [S<small>TOFFE</small>], <small>SO KANN ER SIE ALLE BEHALTEN UND SIE GEHÖREN IHM</small>.
כג החייט ששייר את החוט כדי לתפור בו ומטלית שהיא ג' על ג' הרי אלו של בעה"ב מה שהחרש מוציא במעצד הרי אלו שלו ובכשיל של בעל הבית ואם היה עושה אצל בעה"ב אף הנסרים של בעה"ב:
23 W<small>ENN EINEM</small> S<small>CHNEIDER</small><small>EIN</small> F<small>ADEN MIT DEM MAN NÄHEN KANN, ODER EIN DREI ZU DREI</small> [F<small>INGERBREITEN</small>] <small>GROSSER</small> F<small>LICK ZURÜCKBLEIBT, SO GEHÖREN SIE DEM</small> H<small>AUSHERRN</small>. W<small>AS DER</small> T<small>ISCHLER MIT DEM</small> H<small>OBEL WEGBRINGT, GEHÖRT IHM, WAS ER ABER MIT DER</small> A<small>XT WEGBRINGT, GEHÖRT DEM</small> H<small>AUSHERRN</small>. A<small>RBEITET ER BEIM</small> H<small>AUSHERRN, SO GEHÖREN SOGAR DIE</small> S<small>ÄGESPÄNE DEM</small> H<small>AUSHERRN</small>.
כד <big><strong>גמ׳</strong></big> ת"ר לוקחין מוכין מן הכובס מפני שהן שלו הכובס נוטל שני חוטין העליונים והן שלו
24 GEMARA. Die Rabbanan lehrten: Man darf von einem Wäscher Wollfasern kaufen, weil sie ihm gehören. Der Wäscher darf die zwei ersten Fäden fortnehmen und sie gehören ihm.